Die Fußball Route
Christoph Römer
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Das ist ja mal eine tolle Idee: Wie die Zeitschrift 11 Freunde berichtet, wird das Bundesland Nordrhein-Westfalen eine spezielle Rundreise durch das Land anbieten, bei der die Punkte besichtigt werden können, an denen Fußballgeschichte geschrieben wurde.
Mit dabei sein werden auf jeden Fall die Stammkneipe Helmut Rahns in Essen oder der Friedensplatz in Dortmund, auf dem über 150.000 Schwarz-Gelbe die Meisterschaft 1995 gefeiert haben.
Man darf gespannt sein, was den Organisatoren dieser originellen Aktion alles so einfällt. Wie wär´s mit Geburtshaus Wolfgang Overaths? Oder dem Raum, wo am 13. Februar 1948 die beiden Vereine Kölner Ballspiel-Club 01 und Spielvereinigung Sülz 07 zum 1.FC Köln fusionierten? Der Fairness halber sei bemerkt, dass auch andere Städte gute und geschichtsträchtige Vereine haben ....
siehe auch: WM 2006
Zur Lage der Nation(almannschaft)
Christoph Römer
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Der Confed-Cup ist rum und auch in ihrem letzten Spiel hat die Deutsche Nationalmannschaft wenn auch nicht überzeugen so doch unterhalten können. Das ist immerhin schonmal deutlich mehr, als in den vorherigen Jahren. Und bei aller Kritik kann man auch festhalten, dass die "Junge Garde" durchaus sympathisch ist. Das hat jetzt garnichts mit einem neuen Geist im Land oder gar mit einem "Ruck" zu tun, sondern war einfach an der Zeit.
Denn in jedem Land gibt es doch gewisse Aufs und Abs, wir erinnern an
die Niederlande, die nach glorreichen 70er Jahren in den 80ern so gut
wie nicht vorhanden waren. Oder an die "Equipe Tricolore", die
mittlerweile auch nicht mehr das ist, was sie mit Zidane und Co. bei
der WM im eigenen Land gezeigt hat.
Nun also mal wieder Deutschland? Halt! Für den Titel ist das Team ganz
sicher noch nicht reif. Aber für ein paar schöne Stunden vor dem
Fernseher, während und auch nach dem Spiel allemal.
siehe auch: WM 2006
Schwarzbraun ist die Haselnuss ...
Christoph Römer
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... so sang es seinerzeit der in ebensolchen Kreisen durchaus beliebte Volksmusikbarde Heino. Und der (schwarzbraune) Stammtisch klatschte rhythmisch mit. Mittlerweile ist der skurile Albinosänger mit der ewigen Sonnenbrille irgendwo zwischen Schlagermove-Kult und Goetheinstitut angelangt.
Da Heino Kramm, wie der einstige Bäckermeister mit vollständigem Namen heißt, mittlerweile 66 Jahre alt an das Ende seiner Karriere denkt, möchte er, einem Bericht des Spiegel zufolge, noch einmal unsere schöne Nationalhymne singen. Und das beim Eröffnungsspiel der WM!
Nun, ja. Wenn man mal davon absieht, dass es vollkommen egal ist, wer dieses überflüssige Dreistrophenlied nun verhunzt, ist gegen die Wahl Heinos eigentlich wenig zu sagen. Gewiss, eine Sarah Connor hätte unserer Hymne vielleicht noch mehr der ihr gebührende Würde verliehen ("Brüh im Lichte dieses Glückes"), aber Heino ist da auch nicht schlecht. Vielleicht könnten dann Gunter Gabriel, Jürgen Drews und unser Grand-Prix Sternchen Gracia den Hintergrundchor mimen. Zumindest würde dann niemand in der Welt mehr sagen können, dass die Deutschen keinen Humor haben....
siehe auch: WM 2006
They Claim the Game
Christoph Römer
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Was hat Fußball mit Literatur zu tun? Erst einmal nichts möchte man denken. Und tatsächlich waren die wenigen Literaten, die sich in den Jahren zwischen, nun ja, 1900 und 2000 offen zu ihrem Fantum bekannten eher Exoten und Außenseiter.
Fußball war immer ein "Prollsport" oder hatte zumindest dieses Image. Doch seitdem das Zeitalter der Komplettvermarktung sämtlicher Lebensbereiche eingeläutet ist, hat sich dieses Image gewandelt. Der "neue" Typus Fußballfan trägt Freizeitkleidung von Adi Dassler, trinkt Becks Gold oder Red Bull und hört die Konferenzschaltung in seinem I-Pod. Schön und gut? Meinetwegen!
Dass aber nun auch eine Gruppe von Literaten auf den fahrenden Zug zur
WM aufspringt ist in meinen Augen nichts anderes als eine eklatante
Peinlichkeit. Das Netzwerk deutscher Literaturhäuser hat nun zu einer
Plakataktion aufgerufen, in der Zitate von "Fußballphilosophen" zu
lesen sind. Dazu gesellen sich hochdekorierte Literaten wie Günter
Grass, Elfriede Jelinek, Urs Widmer und andere.
Wer von den genannten war wohl schon in einem Stadion? Kann uns Frau Jelinek erklären, was es mit passivem Abseits auf sich hat? Hätte sich Günter Grass in Zeiten größerer Medienpräsenz als pfeiferauchender Fußballfan geoutet? Fragen über Fragen ....
siehe auch: WM 2006
Nummer 1, 2 und 3
Christoph Römer
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Wie sagt es der Berliner so schön: "Nachtigall, ick hör dir trapsen". Passt genau zum momentanen Torhüterstreit in der Deutschen Fußballnationalmannschaft. Bevor Klinsmann antrat, war Kahn die unumschränkte Nummer Eins. Es folgte die Absetzung als Kapitän, die häufige Hereinnahme von Lehmann und nun das: Laut spiegel.de wird die Frage nach dem Stammtorwart bei der WM erst im nächsten Mai, also kurz vor der WM entschieden.
Man darf gespannt sein, ob Kahn und Lehmann bis dahin überhaupt noch im Rennen sind oder ob sich Timo Hildebrandt nicht längst an den beiden Oldies vorbeigeschoben hat. Zu Klinsmanns Verjüngungskurs würde es passen und auch ich würde es dem Stuttgarter gönnen.
siehe auch: WM 2006
Poldischweini für Deutschland
Christoph Römer
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Einen sehr schönen Beitrag zum neuen Sympathiegewinn der Deutschen Nationalmannschaft unter Klinsmann, liefert die taz in Person von Markus Völker.
Völkers These zu den Interviews, mit denen die beiden Jungstars Podolski (Poldi) und Schweinsteiger (Schweini) die Massen verzaubern: "Der Intellektuelle ist amüsiert. Der gemeine Fußballkonsument freut
sich, dass er selbst wahrscheinlich viel eloquenter vor der Kamera
wirken würde, und verbucht einen Distinktionsgewinn."
Nun ja, ich erinnere mich daran, an gleicher Stelle bereits über den
Zusammenhang zwischen Intelligenzquotienten und fußballerischem Talent
geschrieben zu haben. Doch ob der gemeine Durchschnittsdeutsche vor laufender Kamera
unbedingt seinen Distinktionsvorsprung halten würde, möchte ich mal
dahingestellt sein lassen.
Vielleicht ist es eher dieses unreflektierte, unbedachte Element, dass die
Massen so für Poldischweini einnimmt. Denn wer setzt sich in
Hartzvierland schon gerne mit Ursachen und Wirkungen auseinander? Da
ist es doch besser, einfach schnell den Weg zum Tor oder eben zur
Fernbedienung zu suchen.
Und bei den Statements die der angloamerikanisch ausgebildete Bundesklinsi
regelmäßig absondert, ist ein tieferes Nachdenken ja auch nicht
erforderlich.
Hauptsache mal gut gelaunt - warum auch immer!
(Foto: www.lukas-podolski.com/)
siehe auch: WM 2006
Hofberichterstattung a la Wortmann
Christoph Römer
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Da hätte sich der DFB niemand besseren aussuchen können als Sönke Wortmann. Der Regisseur des nur schwer erträglichen und fast schon geschichtsrevisionistischen "Wir sind wieder Wer"-Streifens "Das Wunder von Bern" bekommt nun möglicherweise den Auftrag, die Deutsche Fußballnationalmannschaft bei der WM zu filmen.
Wie die taz
berichtet, rückt Wortmann der deutschen Elf schon jetzt, mit einer
Handkamera bewaffnet, auf die Pelle. Und Sat1 ist sich natürlich nicht
zu schade, auch noch einen Sendeplatz anzubieten. So braucht man sich
künftig nicht mehr auf das Spiel zu konzentrieren, sondern kann sich
unbeschwert auf des Kickers Privatleben einstellen. Big Brother goes
Sport sozusagen!
Im Irakkrieg nannte man so etwas "embedded journalism" und bei einem
Regisseur vom Schlage Wortmanns muss sich nun niemand sorgen machen,
dass es unpatriotisch oder gar kritisch zugeht. Auf die Bemerkung hin,
er sei eine Art "Leni Riefenstahl des DFB" konterte dieser
"Künstlerisch nehme ich das als großes Kompliment auf, sie war ja eine
großartige Filmemacherin."
Da erübrigt sich jeder Kommentar!
siehe auch: WM 2006
Die ewige Torwartfrage
Christoph Römer
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Torwartlegende Sepp Maier hat es auf den Punkt gebracht. In einem Inteview mit der Münchner Abendzeitung verlautete der mittlerweile 61-jährige, dass "Jeder, der auch nur ein bisserl was vom Fußball versteht in diesem
Land, weiß, dass Kahn die unumstrittene Nummer eins ist. Dass Lehmann
mal ein Spiel macht, ist ja okay - aber nicht bei so einem Turnier".
Generell kann man dem guten Maiersepp da ja durchaus zustimmen, wenngleich seine Motivation wohl eher im Nachkarten gegen den schwäbisch-amerikanischen Sonnyboy Jürgen Klinsmann besteht.
Doch frage ich mich, warum der klare Verjüngungskurs der DFB-Elf, der Talente wie Schweinsteiger, Lahm und nicht zuletzt den großartigen "Prinz" Lukas Podolski hervor gebracht hat, vor der Torwart-Position halt macht. Der Stuttgarter Timo Hildebrand, momentan die Nummer 3 hinter Kahn und Lehmann, ist mit seinen 26 Jahren fast zehn Jahre jünger als seine beiden Kontrahenten.
Und geht man nach der Rangliste der besten Spieler im kicker so landet Kahn in der durchschnittlichen Bewertung aller Torhüter abgeschlagen auf Platz 13. Platz Eins belegt übrigens Roman Weidenfeller von Borussia Dortmund. Und auch der ist gerade mal 26 Jahre alt.
Der gesamte Artikel findet sich auf der Internetseite von n-tv
siehe auch: WM 2006


