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They Claim the Game
Christoph Römer
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Was hat Fußball mit Literatur zu tun? Erst einmal nichts möchte man denken. Und tatsächlich waren die wenigen Literaten, die sich in den Jahren zwischen, nun ja, 1900 und 2000 offen zu ihrem Fantum bekannten eher Exoten und Außenseiter.
Fußball war immer ein "Prollsport" oder hatte zumindest dieses Image. Doch seitdem das Zeitalter der Komplettvermarktung sämtlicher Lebensbereiche eingeläutet ist, hat sich dieses Image gewandelt. Der "neue" Typus Fußballfan trägt Freizeitkleidung von Adi Dassler, trinkt Becks Gold oder Red Bull und hört die Konferenzschaltung in seinem I-Pod. Schön und gut? Meinetwegen!
Dass aber nun auch eine Gruppe von Literaten auf den fahrenden Zug zur
WM aufspringt ist in meinen Augen nichts anderes als eine eklatante
Peinlichkeit. Das Netzwerk deutscher Literaturhäuser hat nun zu einer
Plakataktion aufgerufen, in der Zitate von "Fußballphilosophen" zu
lesen sind. Dazu gesellen sich hochdekorierte Literaten wie Günter
Grass, Elfriede Jelinek, Urs Widmer und andere.
Wer von den genannten war wohl schon in einem Stadion? Kann uns Frau Jelinek erklären, was es mit passivem Abseits auf sich hat? Hätte sich Günter Grass in Zeiten größerer Medienpräsenz als pfeiferauchender Fußballfan geoutet? Fragen über Fragen ....
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